Die Spanische Hofreitschule

Möchte man die hohe Kunst der Pferdedressur erleben, dann ist eine Reise nach Wien ein Muss für den Urlauber. Als Höhepunkt kann der Besucher in der Hofburg in Wien das Lipizzanerballett erleben und wie schon seit Generationen sind die Vorführungen der Spanischen Hofreitschule ein unvergessliches Erlebnis. Einst als kaiserlich-königliche Stadtreitschule gegründet, wurde sie seit Anfang des 19. Jahrhunderts nur noch als Spanische Hofreitschule bezeichnet. Hier wird der Zuschauer die klassische Reitdressur erleben und wer nach Wien reist, der wird diesen Ort als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten dieser Stadt immer in Erinnerung behalten. So ist es nicht verwunderlich, dass selbst die UNESCO die Spanische Hofreitschule auf ihre Österreichliste nationales Kulturgut als immateriales Welterbe setzte.

Ein besonderer Blickfang der Spanischen Hofreitschule sind natürlich die Pferde, die weißen Lipizzanerhengste, wobei bei all den weißen Pferden auch immer wieder zwei oder drei braune Hengste hier ausgebildet werden. Doch auch die Uniformen der Reiter lassen die Vorführungen der Hofreitschule zu einem besonderen Augenschmaus werden. Seit über 200 Jahren sind diese im Empirestil gefertigten Uniformen fast unverändert und zeigen, dass diese Schule ursprünglich dazu gegründet wurde, um die Reitkünste der kaiserlichen Familie zu schulen. So muss nicht nur der Reiter höchsten Ansprüchen genügen, auch die Pferde sind so ausgesucht, dass nur die Besten hier ihr Können bei den Vorführungen dem Zuschauer zeigen dürfen.

Schon im Jahr 1565 wurde die spätere Spanische Hofreitschule das erste Mal erwähnt und noch heute ist sie an der Hofburg am Michaelerplatz 1 in Wien ansässig. Selbst eine Institution wie die Spanische Hofreitschule hält sich an die Trends der Zeit und so kann der Urlauber sich vor seiner Reise auf der Internetseite der Hofreitschule informieren und auch mit den wichtigen Tickets versorgen. Für einen Preis von 23 bis 130 Euro kann der Besucher eine Vorführung von 80 bis 100 Minuten erleben. Gezeigt werden Lektionen wie Kapriole, Courbette oder auch Levade und in beeindruckender Weise zeigen die weißen Hengste Pas de Deux Arbeit an der Hand, aber auch die Große Schulquadrille, wobei 8 Hengste ihr Können zeigen dürfen. Dies alles hat die Spanische Hofreitschule den Bemühungen von Baumeister Josef Emanuel Fischer von Erlach, der mit seiner unermüdlichen Arbeit an der Winterreitschule in den Jahren von 1729 bis 1735 die Grundlage für den Erfolg der beliebten Pferdedressur legte. Als lebendiges Beispiel der Kulturpflege in Europa bringt die Spanische Hofreitschule in jedem Jahr unzählige Touristen nach Wien, um als Pferdefreund die Kunst der weißen Lipizzanerhengste sehen zu können, die als älteste Kulturpferderasse der Welt berühmt wurden.

Damit der Athlet Pferd auch seine Dressurleistungen vortragen kann, muss ständig die Morgenarbeit als Training gemacht werden und auch hier kann man als Besucher zuschauen, wenn man dies vorher gebucht hat. Und selbstverständlich kann der Besucher auch einen Rundgang durch die Spanische Hofreitschule buchen und hier ist auch ein Blick hinter die Kulissen erlaubt. Die Sommerreitbahn, die berühmte Stallburg mit dem Arkadenhof ist für den Pferdefan garantiert der Höhepunkt der Besichtigungstour, wobei selbst der Architekturfan hier begeistert sein wird, denn das wichtigste Gebäude der Renaissance in Wien sollte man einfach gesehen haben. Für einen Preis von 16 Euro kann man den Rundgang buchen und will man auch die Morgenarbeit erleben, dann steigt der Preis des Tickets auf 28 Euro. Doch nicht nur Pferde müssen höchsten Ansprüchen genügen, auch die Reiter der Pferde, hier Bereiter genannt, müssen eine lange Ausbildung über sich ergehen lassen.

 
Spanische Hofreitschule Wien FlughafentransferErst nach 8 bis 12 Jahren kann ein Anwärter wirklich sich sein, dass er als Bereiter bei der Spanischen Hofreitschule eingesetzt wird. Aber will man sich den Zuschauern präsentieren, das muss man vorher erst einmal die richtige Betreuung und die Pflege der Pferde erlernen. Aber auch das Reiten muss erst korrekt erlernt werden, denn hier müssen später lange Traditionen eingehalten werden, die auch in der Ausbildung zum Bereiter dem Anwärter vermittelt werden. Vom Eleven bis zum Bereiter muss der Anwärter sehr viel harte Arbeit leisten, denn bis er die Uniform mit Stolz tragen kann und er sein erstes Pferd reiten darf, heißt es sich der Tradition auch würdig zu erweisen. Einfühlungsvermögen, Disziplin und sehr viel Geduld werden erwartet vom Anwärter, und da viele schon vor dem Ziel aufgeben, kann der Urlauber hier sicher sein, dass er bei den Vorführungen nur die besten der Bereiter sehen kann.

Was sich für den Anwärter als harte Arbeit erweist, das ist auch für die Hengste mit viel Arbeit und Lernen verbunden, denn in drei Stufen werden die Lipizzanerhengste auf ihren Einsatz in der Spanischen Hofreitschule vorbereitet. So ist der erste Schritt die Remontenschule, wobei der Hengst ab einem Alter von 4 Jahren an Zaumzeug und Sattel und ans Longieren gewöhnt wird. Der Gehorsam muss gelehrt werden und auch die Grundgangarten sind hier immer Teil des Trainings gewesen. Auf diese Grundausbildung baut die Campagneschule auf und hier werden Wendungen, Selbsthaltung oder auch Losgelassenheit gelehrt. So kennt der Lipizzaner Tempounterschiede in allen Gangarten, eine korrekte Stellung, aber auch die Biegung im Seitengang. Nur wenn hier alle notwendigen Lehreinheiten bestens vollendet wurden, kann die dritte Stufe, die Hohe Schule, folgen. Jetzt folgen all die Ausbildungsschritte, die den Hengst zu dem Star machen, der mit seinen Dressurkünsten die Zuschauer aus aller Welt begeistern kann. Passage, Piaffe, Levade oder Courbette, dies alles kann das Pferd nun in bester Perfektion mit seinem Reiter in der Spanischen Hofreitschule zeigen. Ziel all dieser Bemühungen ist aber nicht nur das Tier zu einem Star in der Vorführung zu machen, es soll auch möglichst lange gesund bleiben. Bevor der Hengst dann in der Vorstellung sein Können zeigen kann, wird ihm mit einem weißen Schulsattel und einem Goldzeug das Rüstzeug für eine athletische Karriere mitgegeben.

Die Spanische Hofreitschule, eine traditionsreiche Institution in Wien, ist für den Pferdeliebhaber einfach ein Muss bei einer tollen Städtereise und was als Reitschule für die kaiserliche Familie begann, hat sich zu einem Schulungsort gemausert, wo Mensch und Tier durch eine harte Ausbildung, dazu gebracht werden, dass sie vor Publikum sportliche Höchstleistungen erbringen können. Die Hohe Schule der Reitdressur, nirgendwo auf der Welt kann man sie besser vorführen als in der Spanischen Hofreitschule in Wien und in jedem Jahr lassen sich Touristen aus aller Welt davon begeistern.

Andreas Wagner
Chauffeurservice Andreas Wagner
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