Der Stephansdom zu Wien

Der Stephansdom, von den Wienern auch kurz Steffl genannt, ist mit seinen 107 Metern Länge und 34 Metern Breite eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke Österreichs. Seit 1723 ist der Stephansdom, eigentlich die "Domkirche St. Stephan zu Wien", die Metropolitankirche des Wiener Erzbischofs. Der römisch-katholische Dom, der nach dem heiligen Stephanus, dem ersten christlichen Märtyrer benannt ist, gilt als österreichisches Nationalheiligtum und ragt als architektonisches Meisterwerk mit 13 mächtigen Glocken über der Wiener Innenstadt auf.

Gefüllt mit Gold und Silber

Im Inneren des Stephansdoms zu Wien können einige der vielen und bedeutenden Kunstschätze im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Der "Wiener Neustädter Altar" aus dem Jahr 1447 ist ein beeindruckender gotischer Flügelaltar, der zusammen mit dem plastischen Schmuck der Pfeiler im Inneren des Domes, aber auch an den Außenseiten des Gebäudes, noch immer hervorragend erhalten ist.

Ein Zeitzeuge mit 800 Jahren Baugeschichte

Von den Fundamenten des ältesten Baus der Stephanskirche im 12. Jahrhundert ist heute nichts mehr erhalten. Der zweite spätromanische Bau der Westfassade des Stephansdoms mit den Heidentürmen und dem Riesentor wurde zwischen 1230 und 1263 errichtet. Zwischen 1304 und 1340 wurde der albertinische Hallenchor als ein erster Teil des gotischen Neubaus hinzugefügt. Knappe 20 Jahre später, in 1359 legte der als "Stifter" bekannte Herzog Rudolf IV. von Habsburg den Grundstein zur spätgotischen Erweiterung des Stephansdoms zu Wien.

In beeindruckender Höhe - der Südturm des Stephansdoms

Fast 100 Jahre dauerte es bis in 1433 der 136,7 Meter hohe Südturm des Stephansdomes fertiggestellt wurde. Eine enge Wendeltreppe führt zur Türmerstube in 72 Meter Höhe, die einst eine Feuerwache war und heute für die Besucher eine schöne Aussicht über die ganze Stadt bereithält. Der Südturm, ein architektonisches Meisterwerk seiner Zeit hat ein nur 4 Meter tiefes Fundament, beeindruckt jedoch durch seine stattliche Höhe und beherbergt nicht weniger als 13 Glocken. 11 dieser Glocken bilden heute das Hauptgeläut des Stephansdoms.

Im Nordturm - die Pummerin

Die Pummerin, die berühmteste Glocke des Wiener Domes und die zweitgrößte freischwingende Kirchenglocke Europas, hängt im Nordturm des Stephansdomes, der sie auch heute noch sicher mit seiner Turmhaube aus der Renaissance-Zeit schützt. Im Gegensatz zum Südturm blieben die Arbeiten am Nordturm jedoch unvollendet. Sein Bau wurde im Jahre 1511 eingestellt und der gotische Nordturm mit seinen 68,3 Metern Höhe erhielt lediglich zwischen 1556 und 1578 einen Abschluss im Stil der Renaissance.

Aber alles hat zwei Seiten und so ist es auch heute noch diese ganz besondere Asymmetrie der Architektur, die dem Stephansdom mit seinen ungleichen Türmen das charakteristische Aussehen verleiht. Der Nordturm des Steffls kann über 343 Stufen bestiegen werden, die Aussichtsplattform ist aber auch bequem per Aufzug erreichbar.

Hinabsteigen in geheimnisvolle Katakomben

Aus dem Jahr 1754 stammt das Grabmal des Prinzen Eugen von Savoyen, der in den Katakomben des Stephansdoms zur Ruhe gesetzt wurde. Direkt neben dem Aufzug befindet sich der Abstieg zu den Katakomben des geheimnisvollen gotischen Meisterwerks. Die unterirdischen Begräbnisstätten geben mit der Bischofsgruft den Bischöfen des Stephansdoms die letzte Ruhestätte.

Auch die Sarkophage des Herzog Rudolfs und weiterer Mitglieder aus dem Hause der Habsburger sowie auch Urnen mit den Eingeweiden der Habsburger, die zwischen 1564 und 1878 verstorben sind, werden in den Katakomben des Stephansdoms aufbewahrt.

Der Ort, die Widmung und ein wenig Politik

Am Platz des heutigen Stephansdoms lag im Frühmittelalter vermutlich ein Friedhof. Angefangen hat dabei alles im Jahre 1137 mit einem Tauschvertrag zwischen Markgraf Leopold IV und dem Bischof von Passau.

Um dem Passauer Bischof den Bau einer Kirche außerhalb seiner Stadt zu ermöglichen, wurden Güter getauscht. Der Patron der Bischofskirche von Passau, der heilige Stephanus, sollte jedoch auch der Schutzpatron der neuen Kirche werden.

Ein politisches Signal, mit dem der Einfluss der Passauer Kirche über ihre Stadtgrenzen hinaus gestärkt werden sollte. In 1147 wurde dann die erste Kirche fertiggestellt - die damals noch weit außerhalb der Stadt lag.

 
Geweiht wurde der heutige Stephansdom von Reginbert von Hagenau, dem Passauer Bischof. Die Ostung dieser Kirche, die sich über viele Jahrhunderte hinweg zum mächtigen gotischen Bauwerk entwickeln sollte, erfolgte in Richtung des Sonnenaufgangs. Die Ausrichtung des Kirchengebäudes nach Osten erfolgte dabei genau auf den Sonnenaufgang des 26. Dezember 1137, dem Tag des Patroziniumsheiligen im Jahr des Baubeginns.

Mystisches Lichterspiel

Die Ausrichtung am Sonnenaufgang besitzt eine symbolische Bedeutung: die der Auferstehung in der katholischen Kirche. Mit ihrer Ostung kann im Stephansdom an zwei besonderen Tagen im Jahr mittags ein schönes Lichtspiel beobachtet werden. Immer am 26. Dezember, dem Namenstag des Kirchenpatrons, des Heiligen Stephans, wird eine Ikone des Hauptaltars durch die Sonne erleuchtet. Am 6. Januar, dem Dreikönigstag und dem Ende der Epiphanie erstrahlen die Kronen der Heiligen Drei Könige in einem wunderschönen Lichterglanz.

Atemberaubend im Inneren

Das Innere des bedeutenden gotischen Wiener Bauwerkes wurde hauptsächlich im 17. und 18. Jahrhundert mit barocken Altären ausgestattet. Die Steinigung des Heiligen Stephan, dem Namenspatron der Wiener Doms, wird auf dem Hochaltarbild dargestellt.

Das dreischiffige Langhaus des Domes, mit der Ausrichtung des Hauptschiffes auf den Hauptaltar, widmet das linke Seitenschiff der Maria, der Muttergottes, und das rechte Seitenschiff den Aposteln. Die Dienstbotenmuttergottes, eine Gnadenfigur aus der Zeit zwischen 1280 und 1320 ist ein Original Relikt nicht nur historisch von besonderer Bedeutung. Die ersten Nennungen der Altäre stammen aus dem Jahr 1340.

Ein besonderer Anziehungspunkt im Stephansdom ist immer noch der Hochaltar mit dem Bild des heiligen Stephanus, der vor versammelter Menschenmenge gesteinigt wird, in der auch noch andere Heilige zu entdecken sind, sowie die zahlreichen Seitenaltäre an den Pfeilern und den Seitenschiffen.

Der Neustädter Altar und ein Tränenwunder

Der Wiener Neustädter Altar aus dem Jahre 1447 ist der bedeutendste der Seitenaltäre und ein typisch gotischer Flügelaltar, der das Leben der Heiligen Jungfrau Maria darstellt. Er stammt aus der Zisterzienserkirche der Wiener Neustadt und wurde 1883 in den Stephansdom verbracht.

Dem Gnadenbild der Maria Pocs (auch Pötsch), das unter dem spätgotischen Öchsel-Baldachin auf einem Altar aufgestellt ist, wurde ein Tränenwunder nachgesagt - und nicht nur das: Es soll auch die kaiserlichen Truppen in den Türkenkriegen unterstützt haben.

Die Symbolik der Frösche

Auch die Kanzel des Stephansdoms ist ein Meisterwerk der spätgotischen Kunst. Aus Breitenbrunner Kalksandstein gearbeitet bildet die Kanzel eine stilisierte Blüte, auf deren Kanzelkorb die Porträts der vier Kirchenväter dargestellt sind. Ihr Handlauf, von Fröschen und Lurchen geschmückt, symbolisiert den Kampf des Guten gegen das Böse.

Ein Besuch des mächtigen Stephandoms zu Wien

Viele Details, große und kleine Schöpfungen bekannter Meister und großer Architekten schmücken den Wiener Stephansdom. Eine atemberaubende Reise in die Vergangenheit öffnet sich dem Besucher, die mit viel Symbolik und Mystik Jung und Alt begeistert, aber auch in ihrer Mächtigkeit beeindruckt und mit Ehrfurcht erfüllt.

Bei einem Besuch im schönen Wien sollte der Stephansdom mit einer geführten Tour nicht fehlen, um die wichtigsten Stationen des imposanten Bauwerks in ihrer ganzen Schönheit zu erfassen.

Der Wiener Stephansdom
Stephansplatz
1010 Wien
www.stephanskirche.at
Koordinaten:  48° 12? 30? N, 16° 22? 22? O
Aufzug zur AussichtsPlattform (Pummerin, Nordturm):
November bis März:  8.30 - 17 Uhr
April bis Oktober:  8.30 - 17.30 Uhr
Juli und August:  8.30 - 18 Uhr
 
Andreas Wagner
Chauffeurservice Andreas Wagner
www.die-chauffeure.at