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Flüssigkeiten im FlugzeugFlüssigkeiten im Flugzeug

Flüssigkeitsverbot im Flug-Handgepäck soll bis 2014 bleiben. Neue Scanner verzögert - Stufenweise Freigabe ab 2010 vorgesehen.

Brüssel - Das vor drei Jahren wegen geplanten Terroranschlägen auf Transatlantikflügen von der EU eingeführte Verbot von Flüssigkeiten im Flug-Handgepäck wird nicht wie vorgesehen mit April nächsten Jahres wegfallen. Wie am Mittwoch aus EU-Ratskreisen verlautete, verzögert sich die Einführung der geplanten Scanner, die Flüssigkeiten im Gepäck künftig an den Airports entdecken sollen.

Die EU-Kommission werde beim Treffen der EU-Verkehrsminister am morgigen Donnerstag in Brüssel einen neuen Stufenplan vorlegen, hieß es weiter. Demnach soll 2010 nur das Verbot für Flüssigkeiten wegfallen, die Flugpassagiere aus Duty-Free-Shops in Nicht-EU-Staaten mitnehmen.

Bis 2012 sollen die größeren Airports mit den neuen Flüssigkeits-Scannern ausgestattet werden, bei ihnen würde das Verbot dann wegfallen. Flächendeckend würden erst 2014 alle Flughafen mit der neuen Technologie ausgerüstet sein, sodass erst ab dann eine generelle Freigabe von Flüssigkeiten im Handgepäck erlaubt werde, hieß es in Ratskreisen. Die neuen Scanner werden derzeit getestet, etwa auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol.

Internet ja, Handy nein

Die deutsche Luftfahrtgesellschaft will auch weiterhin keine Mobiltelefone an Bord erlauben. Kooperationsvertrag mit Panasonic Avionics Corporation unterzeichnet

Frankfurt - Die Lufthansa, zu der der seit September auch die Austrian Airlines gehört, wird ihren Passagieren auf der Langstrecke künftig wieder das Internet-Surfen über den Wolken ermöglichen. Das eigene Handy sollen die Gäste aber weiterhin nicht zum Telefonieren nutzen können. Der Grund: Umfragen zufolge wollen die Fluggäste Ruhe an Bord und nicht von Telefonaten des Sitznachbars belästigt werden.

Als erste Fluggesellschaft der Welt unterzeichnete Lufthansa am Montag einen Kooperationsvertrag mit Panasonic Avionics Corporation. Das Unternehmen will als zunächst einziger Anbieter Flugzeuge mit Breitband-Internet auch über den Meeren versorgen. Dazu werden Satelliten genutzt. "Kunden sitzen bei Lufthansa in der Königsklasse der Kommunikation", erklärte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber.

Ein vergleichbares System hatte der Flugzeugbauer Boeing Ende 2006 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt, so dass auch Lufthansa ihren Internet-Dienst einstellen musste. Damals zählte Lufthansa in zuletzt 69 entsprechend ausgerüsteten Maschinen rund 30.000 Nutzer pro Monat.

Mit der neuen Technik sollen im kommenden Jahr zunächst rund 50 Langstreckenmaschinen ausgestattet werden. Der Startschuss nach einer Testphase ist für die zweite Jahreshälfte geplant. Lufthansa kann dabei teils auf Technik zurückgreifen, die bereits für das Boeing-System installiert worden war.

Die genauen Kosten für die Kunden stehen noch nicht fest. Sie sollen sich aber am früheren Angebot - etwa zehn Dollar (6,77 Euro) pro Stunde oder Flatrates - orientieren. Langfristig will Lufthansa prüfen, ob das System auch für Kurz- und Mittelstrecken nutzbar ist. Bei der AUA gibt es derzeit keine Pläne für Internet an Bord, hieß es auf Nachfrage zur APA.

Mit der kabellosen Breitband-Versorgung können Passagiere dann beispielsweise von ihrem Platz aus mit Laptops im Internet surfen, Mails lesen und schreiben oder Videoclips sehen. Zudem ist die Nutzung des Internets inzwischen mit diversen Mobiltelefonen möglich, auch das Senden von SMS-Kurznachrichten wird unterstützt.

Technisch wäre dann auch das Telefonieren mit dem Handy an Bord jederzeit möglich - doch diese Funktion will Lufthansa blockieren. "Grundsätzlich wollen wir Ruhe an Bord haben", sagte Mayrhuber. Er verwies auf Umfragen unter Gästen, wonach sowohl das Telefonverbot am Platz als auch das Rauchverbot erwünscht seien. Als Alternative zum eigenen Handy gebe es außerdem in den Maschinen eine Art Telefonzelle.